Werkzeug fürs Leben, Haiti

„Unsere“ Berufsschule für Automechaniker, Maurer und Schneiderinnnen in Verrettes ist eine Zukunftsperspektive für Junge in einem Land, das unter katastrophalen Bedingungen leidet.

Der Verein „Werkzeug fürs Leben, Haiti“ finanziert jungen Erwachsenen eine 3-jährige Ausbildung und den Grundstock an Werkzeugen für die selbstständige Erwerbstätigkeit, die einzige Möglichkeit, ihre Familien zu ernähren.

Riesigen Dank allen, die uns mithelfen, „unsere“ Berufsschule zu erhalten; viele schon seit Ende 2002, als Hans Speck und Rose-Marie Christen für einen unentgeltlichen Einsatz der Entwicklungszusammenarbeit nach Haïti reisten, die Schule zusammen mit Einheimischen leiteten und viel in die Verbesserung der Praxisausbildung investierten. Seither wird die Berufsschule von Einheimischen geführt.

Aktuell


Region der Berufsschule vom Wirbelsturm "Matthiew" verschont!

Die sofortige Nachricht des verantwortlichen Pfarrers Père Dorcent, dass in Verrettes nur leichter Re-gen fiel, beruhigte uns sehr. Die Schreckensmeldungen aber aus einer Gegend, die wir gut kannten und dort auch andere Schulen besucht hatten, macht uns extrem betroffen und traurig.
rot eingekreist: das Gebiet des Wirbelsturms grün: Verrettes (nicht betroffen)
Der Wirbelsturm "Matthiew" verwüstete grosse Teile des Südwesten und forderte mehr als 1000 Menschenleben. 80-90% der Häuser sind zerstört. Die wackligen Hüttenkonstruktionen sind schlicht weggeflogen. Wassermassen machten die Reste unbrauchbar.
Mehrere Orte wie z.B. die Stadt Jérémie sind auch in normalen Zeiten auf dem Landweg nur schwer erreichbar: 5 Std. im Schritttempo über die Berge auf einer Strasse wie ein Bachbett.
Da auch Brücken einstürzten, wurde rasche Hilfe zusätzlich sehr erschwert.
Jede Infrastruktur fehlt, vor allem Latrinen und sauberes Wasser, was das erneute Ausbrechen der Cholera bewirkte.

Aktuelles von der Berufsschule École professionnelle de Verrettes

Im Juli 2016 fanden zum ersten Mal in allen 3 Klassen Diplomfeiern statt. Diese Graduation ist immer ein grosser Freudentag im Leben der Haitianer und Haitianerinnen. Die ganze Ge-meinde feiert mit.
Alle diplomierten Schülerinnen und Schüler erhiel-ten einen Werkzeuggrundstock für ihre selbst-ständige Arbeit. Das ermöglicht ihnen, ihre ganzen Familien zu ernähren. Es passiert sehr viel im Tauschhandel. Die Schneiderinnen nähen z.B. die obligatorischen Schuluniformen und erhalten dafür Hühner und Ziegen.
Um später möglichst umfassende Tätigkeiten ausüben zu können, bietet die Schule während der Ausbildung erweiterte Fächer an wie Kochen und Patisserie sowie Elektrik- und Sanitärinstallation. Diese finden im Kurswesen statt und können auch von weiteren Inte-ressierten aus dem Dorf besucht werden.
Für das neue Schuljahr beantragte uns Père Dorcent, der verantwortliche Pfarrer, den Bereich Informatik einzuführen, da dies für die staatliche Anerkennung der Schule eine Bedingung sei. Das ist eine Anpassung an heutige Anforderungen und deshalb auch in unserem Sinn. Daher werden wir die Zusatzkosten übernehmen.
Seit Jahren versucht der verantwortliche Pfarrer, alle erforderlichen Auflagen des Staates zu erfüllen. Dazu gehörten auch Infrastrukturanpassungen wie verbesserte Toiletten und Duschen sowie Umge-bungsarbeiten.
Die Schule wird
Wichtig für uns ist auch, dass die Ausbildungen jungen Menschen aus allen Glaubensrichtungen offen stehen und das Schulgeld sehr niedrig gehalten wird.

Politisches aus Haiti

Leider mussten die am 9. Oktober vorgesehenen Neuwahlen für die Nachfolge von Präsident Michel Martelly wegen des Hurrikans abgesagt werden. Aufgrund des vermuteten Wahlbetrugs wurden die im September 2015 durchgeführten Wahlen als ungültig erklärt. Der neue Termin soll der 20. November 2016 sein. Es wird wiederum sehr schwie-rig werden, da weit über 100 Parteien so-wie die ehemaligen Präsidenten Aristide und Préval um ihre Kandidaten kämpfen. Es stehen 27 Bewerber und Bewerberin-nen zur Wahl. Die Amtszeit des Sängers Martelly endete im Februar. Seither regiert der Interimspräsident Jocelerme Privert, jedoch fast ohne Vollmachten, was noch zu mehr Chaos führt.
Immer wieder kommt es zu Unruhen und Schiessereien, vor allem in den Städten.


News-Archiv


- Besuch an der Berufsschule
- Aktuelles von der Berufsschule
- Abschlussfeier & Aus dem Alltag
- Erweiterungsbau unserer Berufsschule in Haiti fertigerstellt.
- Haitireise von Josef Ulmann und Hans Speck 3-13. Oktober 2010
- Besuch der Berufsschule März 2012 durch Brigit und Hans Räber